markenzeichenmarkenzeichen 360°

Die Markenmacht der Blogger: Das Paradebeispiel der Lifestyle-Blogger-Szene

By 9. Mai 2014 Februar 12th, 2019 No Comments

Sie sind jung, einflussreich und nah am Puls der Zeit: Blogger haben sich durch ihre Unabhängigkeit und Authentizität zu wichtigen Trendbotschaftern im Meinungsgefüge des World Wide Web entwickelt – und können für Marketingstrategen somit das Salz in der Suppe sein. Anhand Deutschlands Super-Bloggerin Jessica Weiß gehen wir daher einmal der Frage nach, woraus sich die Markenmacht der Blogger erklärt, was diese von Social Media unterscheidet und welche Relevanz die Blogger-Ansprache für Marketingstrategen haben wird.

Hübsch, jung, trendorientiert, erfolgreich – Jessica Weiß ist alles davon. Deutschlands bekannteste Modebloggerin ist DAS Paradebeispiel in der Lifestyle-Blogger-Szene, auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Im April 2007 startete Jessica Weiß zusammen mit einer Freundin die Blog-Institution „Les Mads“, Abkürzung für „Les Madmoiselles“ (www.lesmads.de). Die beiden Frauen berichteten neben Mode und Trends auch über Models und Lifestyle, Musik und Fotografie. Dank „Les Mads“ wurde ein wahrer Modeblogger-Boom ausgelöst, denn damals gab es in Deutschland so gut wie keine Modeblogs. Nur drei Monaten nach der Gründung klingelte der Burda Verlag bei der damals 20-Jährigen, woraus eine Zusammenarbeit resultierte. „Les Mads“ wurde 2010 sogar mit dem Lead Award als „Weblog des Jahres 2010“ ausgezeichnet, eine Nominierung für den Grimme-Award folgte 2011. Aufgrund der Klickzahlen in Millionenhöhe zählt „Les Mads“ heute zu einem der größten Blogs in Deutschland.

Mittlerweile hat Jessica Weiß ein neues Blog-Baby ins Leben gerufen: Journelles (www.journelles.de). Die Dame hat ein eindeutiges Gespür dafür, was geht und was nicht. Denn stolze 700.000 Leser verfolgen ihre Beiträge monatlich. Ihre Follower folgen ihr und ihrem Trendbewusstsein. Sie beeinflusst mit ihren Beiträgen tagtäglich die Kaufentscheidungen unzähliger Frauen, ist für sie Vorbild. Ihrer Bekanntheit und Expertise geschuldet, moderiert sie seit 2013 die neue Modesendung „It’s Fashion“ des ARD-Digitalkanals EinsPlus und spricht mit Prominenten und Designern über Mode, Lifestyle und Trends. Der Sender setzt damit auf cross-mediale Synergieeffekte. Und Jessica Weiß nimmt somit nicht nur online sondern auch offline Einfluss auf das meinungsbildende Publikum.

Blogger sind das Salz in der Marketingsuppe

Die Modeindustrie weiß: Bloggerinnen wie Jessica Weiß oder auch die internationalen Super-Blogger Garance Doré (www.garancedore.fr) und Scott Schumann (www.thesartorialist.com, 13 Millionen Aufrufe pro Monat) sind das berühmte Salz in der Marketingsuppe: Zum Beispiel kooperiert der Fashion-Online-Shop Lyst mit 5.000 Bloggern weltweit. Diese erhalten eine Provision, wenn Kunden von deren Blog-Seiten in den Shop kommen. Das Luxus-Schmuckunternehmen Tiffany arbeitete mit Garance Doré und Scott Schumann anlässlich einer Kampagne zusammen. Onlineshop-Riese Zalando lädt namhafte Bloggerinnen zum Shooting ein und fotografiert sie in ihrer Eigen-Kollektion. Eine Win-Win-Situation, da die Frauen auf ihren Blogs darüber berichten, die Kollektionsteile häufig noch behalten und im Alltag tragen können und das Unternehmen einen reichweitenstarken Kommunikationskanal ohne viel Budgetaufwand nutzen kann. Vor allem wird die Zielgruppe auf den Punkt erreicht, der Absatz dadurch postwendend erhöht. Blogger vermitteln Authentizität und Glaubwürdigkeit, sie sind nah an der Zielgruppe dran. Für Kommunikationsprofis ist das PR, die ankommt und wirkt.

Blogger & Co. leisten ihren Beitrag zur Markenführung

Aufgrund ihrer Reichweite und Überzeugungskraft verfügen die Social Media Multiplikatoren über einen hohen Einfluss auf das Unternehmens-, Produkt- und Markenimage. Ihre Relevanz für die Marketingtreibenden wird immer größer. Blogger, die gleichzeitig auch Konsumenten sind, haben Markenmacht und leisten heute einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Markenführung. Aber wissen das auch – neben den Modeunternehmen – alle anderen Branchen, für die Marken- und Produktkommunikation via Blog relevant ist?

Laut der im Februar 2014 erschienenen Studie „The 2014 Influencer Marketing Status Report“ (Studie hier einsehbar) des internationalen Kommunikationssoftwareherstellers Augure sind von den 650 in den USA und Europa befragten Kommunikationsexperten bereits 76 Prozent der Meinung, Produktlaunches sollten via Social Influencer kommuniziert werden. 57 Prozent nutzen Influencer-Marketing, um eigene Marken-Inhalte und -Botschaften besonders erfolgreich zu teilen. Das Ergebnis zeigt, dass tendenziell nahezu jeder Marketingverantwortliche sich die Zusammenarbeit mit dieser wichtigen Zielgruppe in Zeiten des Web 2.0 wünscht, denn das Influencer-Marketing ist heutzutage eine der effektivsten Maßnahmen, neue Produkte erfolgreich in den Markt einzuführen.

Blogs tragen stärker zur Kaufentscheidung als Facebook bei

Aber was ist für Unternehmen nun zukünftig relevanter im Hinblick auf ihre Marketingmaßnahmen in der Social Media Welt – Zeit- und Budgetinvestitionen in Facebook, YouTube, Twitter oder aber in Blogs? Hier zeigt der „Digital Influence Report 2013“ (Studie hier einsehbar) von TechnoratiMedia (eine der größten Monitoring-Seiten für Blogs), bei dem 6.000 Influencer, 1.200 Verbraucher und 150 Vermarkter befragt wurden, einen Trend auf: Bei der Konsumenten-Umfrage wurden die Teilnehmer nach dem größten Ausschlag für ihre Kaufentscheidung befragt. Das Ergebnis macht deutlich, dass Blogs mit 31,1 Prozent mittlerweile sogar einen größeren Einfluss auf die Kaufentscheidung als Facebook haben (30,8 Prozent). Die Plattformen YouTube, Twitter und Pinterest fallen dabei auf unter 30 Prozent. Von insgesamt zehn Prozent des gesamten Budgets für Social Media investieren die Marketingtreibenden und Kommunikationsexperten bislang aber lediglich sechs Prozent in Blog-Maßnahmen. Das macht deutlich, dass die meisten Unternehmen der Ansprache von Bloggern als Marketingmaßnahme noch nicht so viel Bedeutung zuschreiben. Aus Unternehmenssicht betrachtet, fließt mit 57 Prozent immer noch der größte Budgetanteil in Facebook, gefolgt von YouTube und Twitter mit jeweils 13 Prozent. Die Ergebnisse zeigen, dass es noch eine Diskrepanz zwischen der Budgetverteilung der Unternehmen und der Präferenzen der Konsumenten bei ihren Kaufentscheidungen gibt.

Markenerfolg oder -misserfolg – Blogger nehmen heute Einfluss darauf

Fazit: Die Studienergebnisse geben Aufschluss über die Stellung der Blogger als Konsumenten und die Endverbraucher. Sie leisten heute einen entscheidenden Beitrag für den Erfolg oder Misserfolg einer Marke dank ihres enormen Einflusses auf die Marken- und Produktkommunikation. Sie entwickeln quasi eine Marke mit. Aus kommunikationsstrategischer Sicht sollten Unternehmen, insbesondere die, die Produkte im Lifestyle-Umfeld vermarkten, also zukünftig an der Macht der Blogger partizipieren und ihre Budgetverteilung im Social Media Bereich überprüfen.