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Fake News in Social Media – Ein Update

By 1. Juli 2019 August 13th, 2019 No Comments

Anfang des Jahres haben wir uns mit dem Phänomen beschäftigt. Im Beitrag „Fakt oder Fake? Fake News in sozialen Netzwerken“ haben wir zu der Ankündigung der Internetkonzerne Google, , Twitter und Mozilla, verstärkt gegen die gezielt gestreuten Falschinformationen vorzugehen, Stellung bezogen. Das Thema Fake News ist nach wie vor höchst aktuell – allerdings zeigen die allgegenwärtigen Diskussionen offenbar Wirkung. So achten Nutzer wieder zunehmend darauf, aus welcher Quelle bestimmte Informationen stammen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Welle der Untersuchung b4p-Trends, für die die Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) 1.000 Online-Nutzer befragt hat.

Eine Frage des Vertrauens: auf dem Prüfstand

Die Untersuchung zeigt: Acht von zehn Befragten halten Informationen aus journalistischen Medienangeboten für glaubwürdiger als News auf Facebook, Twitter & Co. Auch die Medienkompetenz der Nutzer scheint sich gesteigert zu haben. Denn, wenn es um aktuelle Informationen, die Themen Gesellschaft und Politik geht, informiert sich laut b4p-Untersuchung die Mehrheit der Befragten über:

  • öffentlich-rechtliche TV-Sender (66,6 %)
  • Radio (59,4 %)
  • Websites bekannter Medienmarken, wie tagesschau.de oder stern.de (47,7%)
  • klassische Tageszeitungen (40,6%)

Nur ein Drittel vertraut bei der Recherche nach aktuellen Informationen hingegen den sozialen Medien und Influencern. Eine Ausnahme stellen unter 30-Jähige dar. Hier bezieht mehr als jeder Zweite Informationen gleich oft von klassischen Nachrichten-Websites und Social Media. Dennoch zweifeln auch sie an der Glaubwürdigkeit sozialer Netzwerke, wenn es um aktuelle politische und gesellschaftliche Nachrichten geht.

Große Worte… und nichts dahinter?

Angesichts der aktuellen Untersuchungsergebnisse stellt sich die Frage, wie ernst es die Internetriesen mit ihrer Ankündigung meinen. Werden sie ihren Worten Taten folgen lassen und gegen die Flaschnachrichten auf ihren Plattformen vorgehen? Grund dazu hätten sie. Denn Fakt ist: Die große Mehrheit der User hält Social Media nicht (mehr) für eine glaubwürdige Informationsquelle. Der Versuch von Facebook & Co., durch ihre Ankündigung wieder an Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei der Nutzerschaft zu gewinnen, ist scheinbar gescheitert. Zumindest dann, wenn das angekündigte Vorgehen gegen Fake News tatsächlich nur der Imageförderung und Vermeidung möglicher Reglements durch die Gesetzgebung dient.

Dass sich der Umgang mit Fake News offenbar verbessert hat, lässt sich nämlich vor allem auf die mediale Aufklärung und die gesteigerte Medienkompetenz der Nutzer zurückführen. Die Problematik des Themas „Falschnachrichten“ (in Social Media) ist mittlerweile in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Wer glaubwürdige Informationen sucht, vertraut auf traditionelle Medien – ganz nach dem Motto „back to the roots“.