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Picture Sharing liegt im Trend: Wie Unternehmen Vorteile aus Pinterest und Instagram ziehen können

By 29. Oktober 2014 Januar 16th, 2020 No Comments

Die Bildnetzwerke Instagram und Pinterest werden in deutschen Unternehmen trotz hoher Popularität bei Privatnutzern nur zögerlich eingesetzt. In beiden Portalen können Unternehmensthemen jedoch durch den Einsatz starker Visuals und einer eigenen Bildsprache platziert werden. Die Unternehmenskommunikation kann um zusätzliche Kanäle des Social Web erweitert werden. Unternehmensprofile bei Instagram und Pinterest und dort eingesetzte Bilder oder Videos eignen sich sehr gut um zu emotionalisieren, Menschen zu erreichen und schnell auf Themen aufmerksam zu machen.

Pinterest & Instagram & – kurz und knapp erklärt

Pinterest ist eine virtuelle Pinnwand, auf der User (privat oder geschäftlich) Bilder, Videos oder animierte GIFs– nach Kategorien geordnet – auf „Unter-Pinnwände“, sog. Boards pinnen. Diese Kategorien beinhalten Themen wie Mode, Food, Sport, Architektur, etc. Registrierte Nutzer folgen anderen Usern, kommentieren Bilder, liken, stellen eigene Boards zusammen, indem sie Bilder weiterposten (der sog. „Repin“) oder eigene Bilder hochladen. Dadurch zeigen User ihr eigenes Ich durch ein buntes Potpourri des persönlichen Geschmacks.

Im Gegensatz dazu setzt Instagram auf vom Nutzer selbst generierten Content, also Bilder, die User in den meisten Fällen selber aufgenommen haben. Diese Bilder können mit Filtern und Effekten bearbeitet werden und später im Instagram Netzwerk auf dem eigenen Nutzerprofil hochgeladen werden. Ebenso wie bei Pinterest kann man Usern folgen und Bilder kommentieren.

Beiden Netzwerken gemein ist die einfache Synchronisierung mit der Facebook Chronik, um aufgenommene oder gepinnte Bilder mit der Community außerhalb des Bildnetzwerkes zu teilen und so die Reichweite zu erhöhen.

Welchen Nutzen bringt es für Unternehmen?

Laut Futurbiz nutzen im März 2014 schon 200 Millionen User weltweit Instagram. Davon sind 3,1 Millionen User in Deutschland. Bei Pinterest sind es im Vergleich weltweit „nur“ 70 Millionen im Januar 2014. Genaue Nutzerzahlen für Deutschland gibt Pinterest nicht bekannt, jedoch erfasste Comscore, dass die Zahl der Websitebesucher in 2014 auf 2,1 Millionen stieg. Die Zahlen zeigen das große Potenzial der Netzwerke.

Auf Pinterest sind vor allem Frauen im Alter von 24 – 44 Jahren unterwegs, die fotoaffin sind und das Netzwerk als Inspiration vor dem Kauf von Produkten sehen. Dies ist vor allem für Unternehmen, die ihre Produkte optisch ansprechend präsentieren können, relevant. Es ist einleuchtend, dass dies für Bereiche wie Mode, Wohnen, Lebensmittel oder Reisen/Tourismus der Fall ist. Unternehmen ziehen Vorteile aus diesem visuellen Shopping, indem sie Boards pro Produktkategorie anlegen und diese auf die eigenen Webangebote verlinken. So lässt sich leicht mehr Traffic auf der Website und Umsatz generieren. Im Pinterest-Account von Audible wird diese Strategie gut umgesetzt. Der Anbieter von Online-Hörbüchern bildet sehr gut sein Sortiment ab, bietet dem Kunden Mehrwerte und Services und lockt durch Verlinkungen User direkt in den Shop.

Ebenso spricht Instagram die fotoaffine mobile (da die Veröffentlichung der Bilder nur via App/Mobile möglich ist) Zielgruppe an. Die Mehrheit der User, die durchschnittlich 18-29 Jahre alt sind, sind weiblich, jedoch steigt der Anteil der Männer, was dazu führt, dass Instagram eine heterogenere Zielgruppe hat als Pinterest.

Wie man durch Instagram die eigene Marke und das Image stärken kann, zeigt Nike. Für den Sportartikelhersteller stehen nicht die Produkte, sondern Emotionen und Storytelling im Vordergrund. Auf seinem Instagram-Account setzt das Unternehmen Sportler und Situationen in Szene, die Nike Produkte tragen oder in denen welche zum Einsatz kommen. Das Ziel ist eindeutig: es soll eine Verbindung der Produkte mit den gezeigten Situationen geschlagen und so Emotionen ausgelöst werden. Da die Bilder keinen werblichen, sondern inspirativen Charakter haben, werden sie eher von der Community geteilt werden.

Der rege Austausch in den Bildnetzwerken und das stetige Teilen von persönlichen Bildern und Erfahrungen können Unternehmen für sich nutzen, indem sie User auffordern, Erfahrungen mit Produkten zu teilen oder die Verwendung der Produkte festzuhalten und zu posten. Dies ist ein einfacher Weg, um die Markenbindung bei Usern zu fördern. Der Kosmetikhersteller Benefit forderte seine Kunden auf Selfies zu posten, bei denen die „they’re real“ Mascara verwendet wurde. Benefit kreierte aus den Fotos ein Mosaic auf einer eigenen Microsite, die dann auf die Produktseite der Mascara verlinkte.

Tipps und Tricks zur Nutzung der Netzwerke

  • Bilder unterstützen die gesamte Marketingstrategie: Beide Kanäle laufen nicht unabhängig vom Rest der Unternehmenskommunikation. Aus diesem Grund sollten Bilder und Videos mit Content aus anderen Kanälen verbunden werden. Es sollten Mehrwerte für die Community geschaffen werden und Bildnetzwerke so integriert werden, dass sie die Marketingstrategie abrunden. Als gutes Beispiel setzt sich Red Bull in diesem Punkt gekonnt in Szene, welches seine Produkte konsequent über Storytelling und PR-Aktionen vermarktet. Auf dem Instagram- Account findet man fast keine Produktfotos, sondern viel mehr Schnapsschüsse, Videos und Eindrücke von Aktionen mit Sportlern, die das Lebensgefühl von Red Bull vermitteln. Verlinkungen im Profil von Red Bull lotsen den User auf die Red Bull Website – Instagram fungiert somit als Quelle, um Traffic für die Website zu generieren und PR Aktionen im Social Web zu verbreiten.
  • Einbindung der Inhalte in die eigene Website: Durch die Facebook-Integration können Beitrage aus Instagram und Pinterest auch auf der Facebook Chronik genutzt werden und so die Reichweite erhöhen. Damit die Zielgruppe auf die Profile aufmerksam wird, sollte der Pin-it-Button von Pinterest und das Instagram Logo auf der Unternehmenswebsite mit entsprechender Verlinkung eingebunden werden.
  • Kreative Bilder: Wer erfolgreich und innovativ sein will, sollte aus der Masse hervorstechen, indem beispielweise Bilder mit dem Unternehmenslogo gebranded werden. Außerdem erzielen Bilder aus dem Unternehmensalltag sehr viel Aufmerksamkeit. Neben den bekannten Produkt- und Werbefotos eignen sich Behind-the-Scene Bilder sehr gut zur Emotionalisierung. Der FC Bayern erzeugt auf dem Instagram-Account bei seinen Fans ein Wir-Gefühl durch Fotos und Videos mit Eindrücke von Spielern, Reisen und Trainingseinheiten der Mannschaft. Bilder aus dem Flugzeug oder der Kabine lassen die Fans hautnah dabei sein und schaffen so Anknüpfungspunkte zum Verein.Einbinden der Community: Das alleinige Posten von Bilder oder Videos reicht nicht aus, um User zu animieren. In den Netzwerken zeigt der User durch Bilder, welche Produkte er mag und kauft. Wenn Unternehmen sich nicht aktiv einschalten, verpassen sie es Teil der Konversation zu sein. Menschen teilen gern mit, was sie kaufen, egal, um welches Produkt es sich handelt. Ben und Jerry’s hat auf Pinterest ein eigenes Board zum Thema „Fan Photos“. Damit animiert es seine Follower, eigenen Content bereit zu stellen und gibt den Kunden ein einzigartiges Fangefühl, wenn die Bilder veröffentlicht werden. Nintendo bindet seine Fans aktiv auf Instagram ein, indem es sie bittet Bilder mit alten oder neuen Produkten hochzuladen und mit entsprechendem Hashtag zu versehen. Durch den Hashtag #throwbackthursday schafft Nintendo Nostalgie in der Community, indem es z.B. nach dem all-time-Favourite Controller fragt. Durch das Interesse der Fans und die geposteten Bilder entsteht eine bessere Produktpräsentation, als Nintendo selbst abbilden könnte.
    Verbreitung der Bilder: Hilfreich ist es, von Beginn an einen unternehmenseigenen Hashtag einzusetzen. Dieser hilft bei der Verbreitung der Produkte und Botschaften. Außerdem eignen sich beliebte Hashtags und Schlagwörter auch, um Aufmerksamkeit zu erreichen, da diese Bilder von Usern durch das Suchen nach bestimmten Hashtags gefunden werden.

Pinterest und Instagram sollen und können andere Social Networks nicht ersetzen. Dafür können diese Bildnetzwerke jedoch ihre Stärken im Bereich visuelles Marketing und Viralität voll ausspielen. Vor allem für Unternehmen, deren Produkte sich gut über Bilder und Videos zeigen lassen, spielt dies eine zunehmend wichtigere Rolle. Neben dem Reichweitenaspekt liegt ein weiterer Vorteil auch beim geringeren Kostenaufwand, da Produktbilder aus Shootings verwendet werden können oder der Social Media Verantwortliche Alltagssituationen aus dem Unternehmen selbst fotografieren kann.

Wer Pinterest und Instagram geschickt in sein Marketing einbaut, kann mit diesen Bildern emotionalisieren, beeindrucken und so im Kopf seiner Zielgruppe bleiben.