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Poetry Slam: Let’s talk about Krebs

By 26. Juni 2019 August 13th, 2019 No Comments

Poetry Slams sind mittlerweile in aller Munde. Doch finden hier auch wirklich alle Themen Gehör? Und kann ein zum Thema „Krebs“ funktionieren, wo diese Krankheit doch auch heute noch viele sprachlos macht? Eben dieser Herausforderung stellte sich markenzeichen anlässlich des Poetry-Slams „Sprich mit mir! Über Krebs.“ der Krebsgesellschaft NRW.

Poetry Slam – darum geht’s

Der Poetry Slam ist die moderne Form eines Dichterwettstreits, bei der Teilnehmer mit selbstgeschriebenen Texten im Wettbewerb gegeneinander antreten. Innerhalb einer vorgegebenen Zeit tragen die Slammer ihre Texte dem Publikum vor. Das Spektrum reicht hier von rührenden Geschichten über Comedy-artige Auftritte bis hin zu Rap – nahezu alles ist denkbar. Im Fokus des Poetry Slams stehen der literarische Anspruch und die Vortragsform der Teilnehmer. Abschließend kürt das Publikum einen Sieger. Fun Fact am Rande: Die deutschsprachige Slam-Szene gilt als eine der größten der Welt.

Slammen, um Tabus zu brechen

Der von markenzeichen für die Krebsgesellschaft NRW organisierte Poetry Slam fand anlässlich des Weltkrebstages 2019 statt. Im Rahmen der Kampagne „Sprich mit mir! Über Krebs.“ ging es darum, den Dialog über Krebs gezielt zu fördern und das sprachliche Tabu aufzubrechen. Denn betrifft es die Krankheit Krebs, wissen viele nicht, was sie Betroffenen sagen oder wie sie mit ihnen umgehen sollen.

Ziel des Poetry Slam war es daher, durch das aktive Sprechen und die öffentliche Thematisierung, den Betroffenen und Angehörigen den Umgang mit der Erkrankung ein Stück weit zu erleichtern. Denn: Sprechen hilft. Entsprechend hatte der Poetry Slam zwei Slogans, die fortlaufend für die Kommunikation verwendet wurden. Sie lauten:

  • Klartext statt Kopfkino
  • Slammen statt Schweigen

So weit so gut – dennoch lautet die Frage, die letztendlich über den Erfolg oder Misserfolg der Kampagne entscheiden wird: Kann ein Poetry Slam zum Thema „Krebs“ tatsächlich funktionieren? Keine ganz unbegründete Sorge. Denn zunächst müssen sich genügend Slammer mit guten Texten anmelden. Und nicht mit irgendwelchen Texten, sondern mit Slams, die sich inhaltlich um das schwierige Thema „Krebs“ drehen. Und selbst das ist nur die halbe Miete. Neben geeigneten Slammern, braucht ein erfolgreicher Poetry Slam vor allem eins: die öffentliche Wahrnehmung, sprich, ein Publikum. Dennoch lautet die Antwort auf die Frage nach der Umsetzbarkeit: ja, ein Poetry Slam über Krebs kann sogar sehr gut funktionieren!

Poetry Slam „Sprich mit mir. Über Krebs!“

So paradox es auch erscheinen mag, einen Poetry Slam zu veranstalten, der diese Krankheit thematisiert, so passend ist diese Maßnahme dann letztlich doch. Aus dem schlichten Grund heraus, dass sie Menschen berührt und bewegt. Nichtsdestotrotz ein mutiges Projekt – etwas Neues und absolut Außergewöhnliches. Damit auch wirklich alles gut geht und das Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation (zakk) Düsseldorf gut besucht ist, hatten wir uns Unterstützung in Form von Super-Profi-Poet Jean-Philippe Kindler geholt. Er ist der deutschsprachige Poetry Slam-Meister 2018 und in der Szene bekannt wie ein bunter Hund. Er hat den Poetry Slam moderiert und dem Abend mit seinem gezielt eingesetzten Humor genau die richtige Lockerheit gegeben. Mit anderen Worten: Der Mann kann seinen Job!

Sein Video-Aufruf, der vor allem via Facebook verbreitet wurde, sowie die Auslage von Flyern und Postkarten, konnten zahlreiche Poetry Slammer (Profis und Laien) überzeugen sich mit ihren Videos für das Event der Krebsgesellschaft NRW zu bewerben. Die Top 10 – benannt durch die Krebsgesellschaft NRW und Jean-Philippe Kindler – traten schließlich mit ihren Slams im zakk gegeneinander an. Dass diese außergewöhnliche Maßnahme  Beachtung findet, zeigte sich bereits vor dem eigentlichen Event in der medialen Berichterstattung: eine große Geschichte in der BILD Düsseldorf und der BILD Bielefeld (Print & Online), eine Vorankündigung bei SAT.1 NRW sowie in der Rheinischen Post. Im Nachgang berichtete dann noch die Westdeutsche Zeitung in Print und Online.

Slams, die bewegen

Der Abend des Poetry Slams selbst lässt sich nur schwer in Worte fassen. „Es war echt ein Wechselbad der Gefühle. Der erste Stein fiel uns und auch der Krebsgesellschaft NRW vom Herzen, als die Location plötzlich proppenvoll war“, erzählt Lisa Konietzni, PR Consultant bei markenzeichen. „Und ab diesem Moment lief einfach alles glatt. Die Auftritte der Slammer waren wirklich toll. Es wurde gelacht, man bekam Gänsehaut, war bewegt und hat auch mal eine Träne verdrückt – es war alles dabei.“ Das Tolle an der Sache: Sowohl die Besucher als auch die Slammer und der Kunde – alle haben die Location am Ende des Abends glücklich verlassen. Und das, obwohl Krebs doch eigentlich ein trauriges Thema ist.

„Unsere Kundin sagte mir am nächsten Tag, dass sie ‚Herzmuskelkater‘ von den ganzen Emotionen habe. Diese Beschreibung finde ich sehr schön. Auch Jean-Philippe und die erfahreneren Slammer sagten hinterher zu mir, dass sie es noch nie erlebt haben, dass das Publikum über den ganzen Abend hindurch so sehr mitgegangen und aufmerksam geblieben sei.“ Mit anderen Worten: Einen Poetry Slam zum Thema „Krebs“ zu veranstalten, war goldrichtig! Besser hätte man nicht zeigen können, wie und dass man über Krebs reden kann und, dass es nicht immer ein schweres und trauriges Gespräch sein muss. Die Presseberichterstattungen vor und nach dem Slam zeigen, dass wir erreicht haben, was wir wollten: NRW ist der Aufforderung der Kampagne gefolgt und hat über Krebs gesprochen!